Berichte

Ein besonderes Highlight in unserem Sommerprogramm und eine große Freude war auch 2019 wieder der Besuch unseres Sensei Werner Winkler, Gründer und Spiritus Rector des seit 1996 bestehenden Aikido-Dachverbandes Stiftland Aikido. Wie schon vor zwei Jahren bei seinem letzten Besuch bot der zweitägige Lehrgang unter seiner Leitung wieder Einblicke in die faszinierende Welt des Aikido, die über das reine Beherrschen technischer Feinheiten weit hinausreichten.

Als Auftakt und zur Einstimmung der Teilnehmer auf das gemeinsame Aikido-Wochenende nutzten unsere Trainer Michael Hagmann, Thomas Hilbert und Christina Sick den Samstag Vormittag wieder für ein spezielles Vorbereitungsprogramm, in dem sie vor allem die Verbindung von AI und KI in den Fokus der Übungseinheiten stellten.

Nach freudiger Begrüßung der aus der Oberpfalz angereisten Gäste, darunter auch der Vorsitzende des Aikido Stiftland e.V. Johannes Gutscher, begann der Hauptteil des Lehrgangs mit Werner Winkler. Technischer Ausgangspunkt für das vielseitig angelegte Übungsprogramm bildete der Ikkyo in seinen unterschiedlichen Ausführungen, gefolgt von weiteren Basistechniken, wobei Werner Winkler immer wieder das Wesentliche hinter dieser, und auch aller anderer Aikidotechniken, sichtbar und erlebbar machte. Besonderes Augenmerk legte er dabei auf das Angleichen der Angriffsenergie, die Entwicklung der Technik aus dem eigenen Zentrum und das Öffnen des Partners, um die Enge der Angriffsmentalität aufzulösen.

Mit der gleichen Perspektive (Zentrum, Angleichung der Kräfte, harmonisches Zusammenspiel von Uke und Nage) wurden im Anschluss auch eine ganze Reihe weiterer Techniken erschlossen und in verschiedenen Variationen geübt (Henka Waza), zum besseren Verständnis der Bewegungsmuster und der Herkunft der Basistechniken aus dem trad. Budo auch durch entsprechende Demonstrationen und Übungen mit Stock und Schwert. Kaeshi-Waza-Varianten (u.a. gegen Ikkyo, Nikyo, Sankyo, Irimi Nage und Shiho Nage) bildeten schließlich den anspruchsvollen Abschluss des sorgsam aufgebauten und inspirierenden Programmes. Dabei gelang es Werner Winkler, Dan-Träger, Fortgeschrittene und Anfänger gleichermaßen bei der Stange zu halten und zu begeistern.

Richtig nett war auch wieder der schon gewohnte gemeinsame fröhliche Ausklang am Samstagabend, diesmal im gemütlichen Biergarten des Restaurant "Amboss" in Grünkraut.

Im Nov. 2018 hatten wir für einen 1-tägigen Lehrgang Ali Nasseri aus Tübingen zu Gast, der dort ein eigenes Dojo leitet. Seine Aikido-Ausbildung begann in Schweden unter Ichimura Sensei. Später trainierte er bei Kobayashi Sensei und ist seit langem Mitglied des Aikikai Deutschland unter Asai Sensei. Seit 1983 unterrichtet er selbst Aikido. Er ist Träger des 5. Dan Aikido, des 1. Dan Iaido und des 1. Dan Karate. Ali Nasseri war einigen von uns schon aus früheren Lehrgängen, insbesondere auch über Aikidokurse im Tübinger Hochschulsport vertraut.

Sportlich durchaus fordernd ging es Ali Nasseri in diesem Lehrgang vor allem darum, die Prinzipien zu verdeutlichen, die dem Aikido zugrunde liegen und letztlich auch eine Lebenshaltung definieren. Neben Ausführungen über die technischen und philosophischen (Zen) Wurzeln des Aikido in der japanischen Budo-Tradition zielte sein Übungsprogramm vor allem auf die Kultivierung und Zentrierung des Ki und das Üben von Ai, dessen Bedeutung über das rein mechanische Angleichen der Bewegungen hinausgreift. Wesentliche Schwerpunkte des technischen Trainings waren Klarheit, Antizipation und Schnelligkeit. Die "überlebenswichtige" Bedeutung des richtigen Timings zeigte er u.a. am Beispiel von Shomen Uchi, wobei Nage einerseit gefordert ist, den Angriff so weit zuzulassen, dass Uke ihn nicht mehr unterbrechen oder seine Richtung ändern kann, gleichzeitig aber bereits antizipierend so frühzeitig zu reagieren, dass der Angriff kein Ziel findet. Am Beispiel eines Randori mit mehreren Angreifern illustrierte Ali Nasseri ein weiteres (Lebens-)Prinzip: wenn einem Unangenehmes widerfährt, ist es oft hilfreich, sich nicht auf die Widrigkeiten zu konzentrieren, sondern auf die Chancen - im Fall des Randori auf die Lücken, die sich immer wieder auftun. Alles in allem erlebten wir einen spannenden, erhellenden, inspirierenden und mit viel Humor gewürzten Lehrgang. Auch hier freuen wir uns schon auf eine Fortsetzung.

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